Erkältungen vorbeugen im Winter

Durch Paivi Linna

Hilfreiche Tipps mit denen sich Erkältungen vorbeugen lassen

Wir erklären die Hintergründe des winterlichen Energiemangels und geben hilfreiche Tipps, mit denen sich Erkältungen vorbeugen lassen.

Niedrige Temperaturen, Kälte und Feuchtigkeit. Wir werden schneller krank, dabei ist Erkältungen vorbeugen leichter als gedacht. Kürzere Tage, längere Nächte, wir haben Winter: die Zeit im Jahr, in der wir lieber drinnen die Wärme suchen. Der Winter ist in vielen Dingen eine gemütliche Jahreszeit. An diesen Tagen ist es an der Zeit, sich zu Hause einzukuscheln und die Momente mit der Familie, der Ruhe und den Winteraktivitäten im Schnee zu genießen. Allerdings bedeutet Winter auch die Zeit der Erkältungen. Erkältungen vorbeugen ist Besser als heilen, und so sollte man dem Feind selbst am nächsten sein und wissen, wie man Krankheiten vorbeugen kann und was zu tun ist, wenn sich die ersten Symptome einer Erkältung zeigen.

Erkältungen vorbeugen

Nach den fünf Elementen der chinesischen Medizin, lässt sich der Winter am besten mit dem Element Wasser in Verbindung setzen. Die Energie des Wassers bezieht sich auf den Aspekt des Inneren, Emotionen und Tiefe, Stille und Reflektion. Im Winter interessieren sich die Menschen für die innerliche Entwicklung, Spiritualität und Erholung und es ist die Zeit in der wir Ideen haben, uns neue Ziele für den Frühling setzen, wenn der Yang anfängt aufzublühen und uns Energie für Aktivität und Bewegung gibt.

Während des Winters ist die äußere Energie wie paralysiert und die gesamte Energie konzentriert sich auf das Innere. Die Erde versorgt und nicht mit Nahrung, Tiere suchen sich einen Rückzugsort um zu überwintern. Der menschliche Körper reagiert ähnlich. Im Winter reduzieren wir unsere Energie, es ist die Zeit in der das Yin sehr stark ist, gegensätzlich zum Sommer.

Bedenkt man, dass der Winter oft mit negativen Adjektiven in Verbindung gebracht wird und vermutlich von uns nicht sehnsüchtig erwartet wird, können viele Menschen den Drang verspüren, genau diese Zeit zur Veränderung zu nutzen. Nach dem Sommer mit meist sehr hohen Temperaturen begrüßt unser Organismus das Sinken der Temperaturen im Herbst. Zu dieser Jahreszeit beginnt der Yang die Verwandlung hinzu dem Yin, bis schließlich im Winter der Punkt erreicht wird, wo das Yin dominiert. Diese Notwendigkeit, die wir verspüren, sich zurückzuziehen und zur Ruhe zu kommen, fühlen wir in unserem Körper, sobald sich der Herbst dem Ende neigt. Es ist nichts anderes als ein Beispiel der universalen Energien, die jedes einzelne Lebewesen auf diesem Planeten beeinflussen.

SCHÜTZE DICH VOR KRANKHEITSERREGERN

Die niedrigen Temperaturen und Feuchtigkeit sind gekommen um zu bleiben und erhöhen die Verbreitung von Viren, daher ist es hilfreich einige Mittel einzunehmen, sollte es einige Schritte, um Erkältungen vorbeugen und sie zu behandeln. Die traditionelle chinesische Medizin spricht von „externen krankheitserregenden Faktoren“, dabei ist es Wind, der in der Mehrzahl der Fälle für die ersten Stufen einer Erkältung verantwortlich ist.

Angriff durch externen Wind

Der Wind ist ein Krankheitserreger des Yang und schwächt das Immunsystem unseres Organismus, bringt Unordnung in die Apparatur und schließt sämtliche Poren der Oberfläche unseres Körpers. Man kann behaupten, der Wind ebnet den Weg für sämtliche andere externe krankheitserregende Faktoren, weil diese sich mit dem Wind verbinden, um durch die Haut in den Organismus zu gelangen. Laut der chinesischen Medizin sind die ersten Stufen einer gewöhnlichen Erkältung in der Hülle Wei Qi, hervorgerufen durch:

Wind – Kälte
Wind – Kälte und Mangel an Wei Qi
Wind – Hitze
Wind – Hitze und Feuchtigkeit oder
Wind – Wind – Hitze – Trockenheit

Wind hat die Eigenschaft, zum wichtigsten Teil der Körpers zu gelangen und dringt bis zum Punkt 16DM, direkt im Nacken, vor. Hier verbindet er sich mit dem Kanal von Tai Yang. Aus diesem Grund ist es kein Wunder, dass sich die ersten Anzeichen einer Erkältung in Kopfschmerzen oder Genickstarre zeigen. Weitere Symptome können sein: Abneigung zu Kälte-Wind, der Wunsch sich zuzudecken, eine triefende Nase sowie wiederholtes Niesen.

Die Hülle des Qi betroffen ist

Wenn das Wei Qi einer Person stark ist, bleiben die Krankheitserreger in der Hülle des Wei Qi und im Kanal des Yang (Taiyang – ID/V, Yangming – IG/E, Shaoyang – SJ-VB), wenn es schwach ist, dringen die Krankheitserreger zu den Yin-Kanälen vor (Taiyin-P/B, Shaoyin – C/R, Jueyin-H/PC) , in diesem Fall sprechen wir davon, dass die Hülle des Qi betroffen ist. Dies zeigt sich in Syndromen wie:

Hitze in den Lungen
Hitze – Schleim in den Lungen
Hitze im Magen
Hitze und Trockenheit in Magen und Darm
Hitze in der Gallenblase
Shao Yang- Syndrom

Wenn die Krankheitserreger es in die Hülle Qi geschafft haben, können wir die vier Großen beobachten: Durst, erhöhter Puls, Schweißausbrüche und Fieber. Eine schwerwiegendere Viral Infektion (Grippe), die ebenfalls die Hülle Qi angreift, ebenso wie eine nicht ausreichend behandelte Erkältung, gelangt bis zu den Yin-Kanälen.

Kälte und Feuchtigkeit sind Yin-Faktoren. Wenn die Kälte den Yang unseren Körpers verletzt und schwächt, ziehen sich Haut und Muskeln zusammen, sie erhärten sich und halten die Durchblutung auf. Der Yang kann die Körperwärme nicht fördern und so entstehen Schüttelfrost, Abneigung gegen Kälte, kalte Extremitäten, Blässe, Durchfall etc.

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Außerdem behindert Kälte den Fluss sämtlicher Körperflüssigkeiten und kann auch Körperwasser zum Gefrieren bringen, auf dieselbe Weise wie im Winter das Wasser gefriert. Wenn die Kälte in den Organismus eindringt, ist es die defensive Energie „Wei Qi“, die dagegen ankämpft. Dieser Kampf zeigt sich in Form von Fieber. Sobald es einen Anfall von kaltem Wind gibt, weist die Person für gewöhnlich Schüttelfrost und leichtes Fieber auf. Wenn das Wei Qi die Kontrolle verliert und die Kälte bis ins Innerste zur Hülle Qi vordringt, entsteht hohes Fieber. Feuchtigkeit ist ein schwerer und trüber Erreger. Er ruft das Gefühl der Schwere und Trägheit im ganzen Körper hervor, verlangsamt die Verdauung, er kann zu Übelkeit, Erbrechen und einem unangenehm klebrigen Gefühl im Mund- und Rachenraum führen.

Symptome einer gewöhnlichen Erkältung/ Beeinflussung auf die Hülle Wei Qi
Typische Symptome Wind-Kälte Wind-Kälte und schwaches Wei Qi Wind-Hitze Wind-Hitze Feuchtigkeit Wind-Hitze Trockenheit
Abneigung gegen Kälte JA JA JA LEICHT JA LEICHT JA LEICHT
Fieber JA LEICHT JA LEICHT JA JA JA
Schweißausbruch NEIN GERING JA JA JA
Kopfschmerzen HINTERKOPF HINTERKOPF JA GENERELL JA BRUMM-SCHÄDEL MÖGLICH
Durst NEIN NEIN JA MIT WUNSCH ZU TRINKEN JA OHNE WUNSCH ZU TRINKEN JA MIT WUNSCH ZU TRINKEN
Triefende Nase JA JA JA JA JA
Husten JA JA JA JA JA
Urin WEISS WEISS GELB GELB/KLEBRIG NEIN ODER GERING
Trockener Mund NEIN NEIN JA JA JA
Halsschmerzen JUCKEN JUCKEN SCHMERZ SCHMERZ UND HITZE TROCKENHEIT
Brechreiz NEIN NEIN NEIN JA NEIN
Übergeben NEIN NEIN NEIN JA NEIN
Druck im Brustbereich NEIN NEIN NEIN JA NEIN
Zunge WEISSER BELAG WEISSER BELAG WEISSER BELAG KLEBRIGER BELAG ROT UND TROCKEN
Puls OBER-FLÄCHLICH & STARK OBER-FLÄCHLICH & SCHWACH OBER-FLÄCH-LICH & SCHNELL OBER-FLÄCHLICH & SCHNELL OBERFLÄCHLICH

Tabelle 1. Erkältungen vorbeugen. Vergleich der verschiedenen Symptome und die Beeinflussung des Wei Qi (Garay 2012)

Erkältungen vorbeugen. FITOKI empfiehlt folgende Formeln:

Erkältung: Beeinflussung des Wei Qi
Unterscheidung der Symptome: Empfohlene Formel: Fitoki: Kommentare:
Wind-Kälte JING FANG BAI DU WAN F001
Wind-Kälte und schwaches Wei Qi GUI ZHI TANG ODER YU PING FENG WAN F008 oder F025 – YU PING FENG WAN zur Stärkung des Wei Qi,
– bei chronischem Husten Kombination von YU PING FENG WAN und HUANG XI SHEN MAI WANG (F013)
Wind-Hitze SANG JU WAN ODER WU WIE XIAO DU WAN (bei innerer toxischer Hitze) F002 oder F004
Wind-Hitze Feuchtigkeit SANG JU WAN (+ Verbesserung der Verdauung) F002 oder V008
Wind-Hitze Trockenheit SANG JU WAN (+ Verteilung der Hitze und Nährung des Yin) F002 + V003

In den frühen Erkältungsstadien wird auch empfohlen:

Aufgüsse auf Kräuterbasis trinken: Ingwer, Zwiebel, Pfeffer, Gewürznelken und Zucker vom Schilf, um Schweißausbrüche hervorzurufen, die die Krankheitserreger aus dem Körper spülen.
Gut ausruhen und hydratisieren. Jede extra Aktivität und Stress mindern die Fähigkeit des Wei Qi, gegen den Krankheitserreger zu kämpfen.

Schleimiger Husten deutet ebenfalls auf zu hohe Feuchtigkeit hin.

FITOKI bietet folgende Formeln, um den Schleim zu lösen:

F027 – ER CHEN WAN

V015 – SCHLEIM ELIMINIERENDE REZEPTUR

Es ist empfehlenswert, auf kalte Getränke zu verzichten, Fette und Milchprodukte sowie Alkohol zu vermeiden, da sie Feuchtigkeit generieren und die Schleimproduktion erhöhen.

Stärkt das inmunne um zu vorbeugen Erkältungen

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Es ist gut zu wissen, was zu tun ist, sobald man die ersten Anzeichen einer Erkältung wahrnimmt. Somit lässt es sich vermeiden, sich tagelang im eigenen Haus abschotten zu müssen. Viel wichtiger ist jedoch, das Immunsystem aufrecht zu erhalten, sodass beispielsweise an einem regnerischen Tag uns unser eigenes “Verteidigungssystem” heilen kann und die Krankheitserreger nicht weiter im Körper vordringen können.

Hygienemaßnahmen:

Händewaschen
Räume lüften
Tabak meiden
Warm anziehen, um die Körperwärme und Energie zu behalten
Richtige Ernährung: im Winter sollte die Ernährung auf wärmespendenden Nahrungsmittel basieren, Getreide, gedämpftes Gemüse, Suppen, Brühen und Schmorbraten.
Das Frühstück ist besonders wichtig, wenn wir Erkältungen vorbeugen wollen: beginne deinen Tag mit heißem Wasser und Zitronensaft. Es wärmt nicht nur auf, sondern reinigt und steuert Vitamine sowie Antioxidantien bei, die helfen, das Immunsystem zu stärken.

Um unsere Defensive zu stärken, empfiehlt der “Wei Qi” FITOKI:

Yu Ping Feng Wan, F025, zur Stärkung des Qi, Festigung der Haut, Verhinderung von Schweiß.
Variation Astragalus, “Festigung des Qi”, V006, zur Stärkung des Qi für die Aufrechterhaltung der Energie der Lunge und Milz.
Variation Cordyceps & Ganoderma, “Stärkung des Organismus”, V013, um die Vitalität zu erhöhen, sowie zur Festigung von Qi und Blut, Niere, Lunge und Yang. Wirkt zudem schleimlösend und beruhigt Husten. Es ist eine mehrwertige Variation des gesamten Organismus, zudem lassen sich damit Erkältungen vorbeugen.

Bibliographie:
Garay, C., 2012, Apuntes de la asignatura “Tratamiento Integrado de la Medicina Tradicional China”, ISMET.
Garay, C., Méndez-Pendavis, C., Richard, T., Sales, J., Compendio de Fitoterapia China para el profesional de la Medicina Tradicional China, FITOKI 2012.
Maciocia., G., 2009, La práctica de la medicina china, el tratamiento de las enfermedades con acupuntura y fitoterapia china, Elsevier.

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