BU ZHONG YI QI WAN

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BU ZHONG YI QI WAN – F15

Diesmal möchte ich Ihnen eine der ganz großen tonisierenden Rezepturen aus der chinesischen Medizin vorstellen: das Bu Zhong Yi Qi Wan, das Milz stärkende und Mitte auffüllende Dekokt gehört in die Gruppe der Blut und Qi tonisierenden Rezepturen. Andere Rezepturen, die Blut und Qi tonisieren sind das Si Jun Zi Wan, das Gui Pi Wan, das Si Wu Wan oder das Yu Ping Feng Wan. Das Bu Zhong Yi Qi Wan ist eine der Rezepturen, das bei schwerem Milz-Qi Mangel und absinkendem Milz-Qi eingesetzt werden, eine sehr mächtige Rezeptur. Die verschiedenen Substanzen, die verschiedene Kräuter, die eingesetzt werden, sind als Leitdroge das Tragant, das Radix Astragali – Huang Qi. Zur Unterstützung als Puffer das Gan Cao, das Radix Glycyrrhizae, dann zum Tonisieren des Blutes das Radix angelicae sinensis – Dang Gui, das Radix Codonopsis – Dang Shen als Ersatz für das Ren Shen, das Radix Ginseng, zum Bewegen von Qi und Blut das Chen Pi, die Pomeranzenschale. Um das Ganze nach oben zu leiten, wir sprechen vom absinkenden Milz-Qi, das Qi nach oben zu leiten aus der Gruppe 1b nach Bensky das Radix Bupleuri – Chai Hu, und zum Mitte tonisieren, ein bisschen diuretisch und damit Nässe ausleitenden, das Bai Zhu – Radix Atractylodes Macrocephalae.

Gucken wir uns die einzelnen Substanzen einmal an. Leitdroge habe ich gesagt ist das Radix astragali, der deutsche Tragant – Huang Qi, der Geschmack ist süß, Temperatur ist leicht warm, der Bereich ist Milz und Lunge, wo es hauptsächlich drauf geht, wirkt Qi tonisierend, Qi auffüllend, ergänzt das Qi, hebt das Qi nach oben, hat eine gute Wirkung als Abwehrmittel, also stärkt das Wei-Qi, die Abwehrenergie, stabilisiert die Oberfläche, wirkt diuretisch, leitet Eiter ab und hat auch eine emotional stabilisierende Wirkung.

Die nächste Droge in diesem Dekokt hatten wir gesagt als Puffer ist das Gan Cao – das Radix Glycyrrhizae, das Süßholz hat eine süße Wirkung, leicht warm bis neutral vom Temperaturverhalten, Herz, Milz, Lunge, Magen als Zielorgane, wirkt leicht tonisierend, ein mildes Tonikum, Milz-Qi auffüllend, entgiftet, befeuchtet, befeuchtet den Lungenfunktionskreis und leitet Schleim ab.

Die nächste Droge in dem Bu Zhong Yi Qi Wan, dieser mächtigen Rezeptur, ist die Glockenwinderwurzel, ist das Dang Shen – Radix Codonopsis als Ersatz für das Ren Shen, das Gin Shen, auch süß vom Geschmack her, Temperaturverhalten neutral, Bezug zur Milz und Lunge, also oberer und mittlerer San Jiao, vermehrt das Qi, baut das Qi auf, ergänzt vor allen Dingen das Qi von Milz und Lunge und aus der chinesischen Sicht vermehrt es die Milchbildung, dass die Milch – auch Xue in den Blutbereich gehört.

Damit sind wir in der nächsten Gruppe, wir haben gesagt, wir haben Qi-Tonika und wir haben Blut tonisierende Substanzen. Eine der wichtigsten Substanzen für Tonisieren des Blutes ist das Engelskraut, die chinesische Engelswurzel Dang Gui – Radix angelicae sinensis, vom Geschmack scharf, süß, ein bisschen bitter dabei, eine warme Substanz, Bezug zur Leber – die Leber kühlt in der Nacht das Blut –

Leber, Milz und natürlich das Herz, Blut nährend, Blut aufbauend, harmonisiert die Mensis, vertreibt Wind-Nässe und durch Vertreiben von Wind-Nässe löst es auch Stagnation und lindert damit Schmerzen, feste Schmerzen.

Dann müssen wir sehen, dass wir das Qi und Blut bewegen, dafür ist das Chen Pi mit da drin, das Pericarpium Citri, Auranti, Reticulatae, die Pomeranzenschale, wie wir sagen. Die ist scharf, ist bitter, vom Temperaturverhalten warm, Hauptbezugsorte sind wieder die Lunge, Magen und Milz, Qi regulierend, Qi bewegend, Blut bewegend, Qi absenkend, reguliert die Mitte, trocknet die Nässe und hat eine Schleim transformierende Wirkung.

Die nächste Substanz, die wir da drin haben, um das Qi nach oben zu leiten, ist aus der Gruppe 1b nach Bensky, Chai Hu – Radix Bupleuri, das chinesische Hasenohr, ein bitterer, eher scharfer Geschmack da drin, Temperaturverhalten kühl, eine kühlende Substanz, Bezug zur Leber, Gallenblase, Bezug zum mittleren Erwärmer, zum San Jiao, und zum Perikard, öffnet, reguliert, löst Shao-Yang-Störungen, da wird sie heute in erster Linie eingesetzt, das Radix Bupleuri – Leitdroge im Pulver des heiteren Umhertreibers Xiao Yao San, wirkt Fiebersenkend, reguliert das Leber-Qi und hebt das Yang-Qi nach oben.

Was sind die – wenn man sich die Substanzen anguckt – was ist dann die Hauptrichtung oder wo würden wir erwarten, wo ist das Bu Zhong Yi Qi Wan einzusetzen? Das absinkende Milz-Qi, also eine schwere Milz-Qi Störung. Was sind die Symptome, die wir erwarten würden von diesem Patienten? Tiefe Erschöpfung, massive Erschöpfung, Burn-out Symptomatik, Lustlosigkeit, Antriebsmangel, aber auch Oberbauchsymptome: Blähungen, weiche Stühle, morgendliche Stuhlentleerung, Druckgefühl im Oberbauch vor dem Essen/nach dem Essen, Wärme im Oberbauch tut gut, Übelkeit aber absinkendes Milz-Qi, die Milz hat die Haltefunktion im Körper, das heißt eben auch solche Sachen wie Uterusvorfall, Rektumvorfall, aber auch das Blut in den Gefäßen wird nicht mehr richtig gehalten, das heißt Auftreten von Hämatomen.

Klinisch aus der Sicht der TCM wenn wir uns die Zunge angucken: der Zungenkörper wäre geschwollen, wäre gedunsen, hätte deutliche Zahnabdrücke, der Zungenbelag wäre vermehrt, wäre feucht, wäre weißlich, der Puls schlüpfrig, kraftlos.

Was wären dann Anwendungsbeispiele aus der westlichen Medizin, die wir uns angucken würden? Schwere Erschöpfungszustände, Burn-out Symptomatik, Chronic fatigue Syndrom, aber auch Rekonvaleszenz nach schwerer Erkrankung, nach bösartigen Tumoren, nach Chemotherapie, nach Radiation, nach Strahlentherapie, Tuberkulose, immer wieder kehrende Infekte bis hin zum Immundefizitsyndrom, zur HIV-Symptomatik.

Also das Bu Zhong Yi Qi Wan: eine der massivsten, größten, fulminantesten Rezepturen, um Qi und Blut aufzubauen und schwere Erschöpfungszustände zu therapieren.