DU HUO JI SHENG WAN

DU HUO JI SHENG WAN – F6

Ich möchte Ihnen diesmal eine sehr komplexe Rezeptur aus der traditionellen chinesischen Medizin vorstellen, die das Thema Wind-Feuchtigkeit umfasst. Es ist das Du Huo Ji Sheng Wan. Da stehen im Namen eigentlich schon die beiden Leitdrogen drin: das Du Huo – Radix angelicae, diesmal nicht das Engelskraut, und das Ji Sheng – die ramulus traxi. Die auf dem Maulbeerbaum wachsenden kleinen Zweige der Mistel.

Die sehr komplexe Rezeptur einmal übersichtlich angesehen, mal versucht, da ein bisschen Struktur rein zu bringen in diese verschiedenen Kräuter. Da sind einmal Kräuter, die zum Thema haben Wind-Kälte zu vertreiben, also warme Kräuter. Die beiden wärmsten Kräuter sind das Rou Gui, das cortex cinnamomi und der heiß getrocknete Ingwer, Rhizoma zingiberis exicatus, das Gan Jiang. Dazu unterstützend die Leitdroge, das angelicae pubescentis, das Du Huo, das cortex eucommiae, das Du Zhong, das Fang Feng – der Windschutz, Radix Saposhnikoviae und das Radix Lingustici, also das Chuan Xiong.

Wind ist das Thema, Wind-Kälte und die Feuchtigkeit, Feuchtigkeit ausleitende Drogen in dieser Rezeptur ist wieder einmal die Leitdroge, ist das Radix angelicae pubescentis, das Du Huo, ist das Ramulus traxi, die Kombination dieser Pille Du Huo – Ji Sheng, da haben wir die beiden, das Sang Ji Sheng, ist das Radix gentianae, der Enzian Qin Jiao, und ist das Fu Ling poria, der Baumpilz, Sclerotium Poria cocos vertreibt Feuchtigkeit.

Gucken wir uns die wichtigsten Substanzen dieser Rezeptur einmal genauer an. Dann haben wir da als Leitdroge das Radix angelicae pubescentis, Du Huo – die Herkulesstaudenwurzel, bitter-scharf vom Geschmack, warm, Tropismus ist Blase, Niere, Leber, von der Wirkrichtung ist es öffnend, zentrifugal, hat eine Nässe austreibende Wirkung. Wir haben das Thema Feuchtigkeit – Nässe, also als Leitdroge arbeitet das hier, lindert Schmerz, befreit die Oberfläche, lindert Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, die Nässebedingt sind.

Unterstützt wird das Ganze von dem ramulus traxi, dem Sang Ji Sheng, dem Mistelzweig, die auf dem Maulbeerbaum wachsen, also Mistelzweige gibt es ja verschiedene, aber das sind die speziellen, die auf dem Maulbeerbaum wachsen und davon dann die Äste, die ramuli. Der Geschmack ist bitter, Temperaturverhalten hier neutral,a lso hier mit der Trocknung, mit der Wärme wenig zu tun, aber hat eine Yin bewährende Aufgabe und vertreibt Wind-Nässe, unterstützt also in der Wind-Nässe Funktion die Leitdroge, das angelicae.

Aber wir haben ja hier halt anderes angelicae drin, das Radix angelicae sinensis, das wir aus der Blut tonisierenden Gruppe kennen, die Engelswurzel oder Engelskraut, scharf-süß vom Geschmack, bitter, warm vom Temperaturverhalten, Leber, Milz, Herz als Tropismus, Blut nährend, vertreibt auch wieder Wind-Nässe, lindert Schmerzen.

Cortex eucommiae, das chinesische Guttaperch, leicht scharf, warm, Tropismus zu Leber und Niere, tonisiert das Nieren-Yang, tonisiert den Funktionskreis Niere und Leber, kräftigt die Knochen.

Eine weitere wichtige Substanz in dieser Gruppe ist das Ochsenknie, Radix achyranthis, das Ochsenknie, Huai Niu Xi, warm vom Temperaturverhalten aber Nässe drainierend, bewegend, nicht nur Nässe drainierend, sondern hat eine bewegende Wirkung dabei, regulierend, klärt Hitze, besonders im unteren San Jiao, im unteren Erwärmer, Belebt Blut, zerteilt Stasen, stärkt Niere und Leber und weil es die Leber stärkt, entlastet es die Sehen und Knochen, Sehen-und Knochengelenke und über die Nierenfunktion die Knochen stärkende Wirkung, leitet nach unten, also eine milde Arznei nach unten.

Qin Qiao, der Enzian hier mit drin, bitter-scharf, leicht kühl vom Temperaturverhalten, Tropismus Leber, Gallenblase und Magen, öffnend, zentrifugal, auch hier wieder Nässe drainierend, wir haben eine Substanz, ein komplexes Dekokt, was das Thema Nässe angeht, vertreibt Nässe, eliminiert Nässe, lindert Gelbsucht, klärt leere Hitze bei Yin-Mangel, befeuchtet den Darm und löst Stuhlblockaden.

Unterstützt ganz klar Nässe ausleitend, die Leitdroge in der Nässe ausleitenden Gruppe das Poria Fu Ling, der Baumpilz, fördert die Uruese, leitet Nässe aus, stärkt die Milz, harmonisiert die Mitte und sediert den Shen, den Geist.

Und wieder einmal als großer Puffer hier mit drin das Radix Glycyrrhizae – Gan Cao, das Süßholz, also Geschmack süß, Tropismus Herz, Milz, Magen, Lunge, Qi auffüllend, harmonisierend, und als großer Puffer wieder einmal in dieser Rezeptur mit drin. Gleichzeitig aber auch ein bisschen die befeuchtende Wirkung für den Lungenfunktionskreis von Bedeutung.

Dann haben wir noch ein paar Substanzen mit drin, die Blut aufbauend sind, das Shu Di Huang – Radix Rehmaniae preparata, eine schwere Substanz, der chinesische Fingerhut, süß, neutral warm, Niere, Leber, Herz als Tropismus, Blut nährend, ergänzt und stärkt das Leber-Yin und stärkt das Jing.

Also wenn wir uns die Rezeptur nochmal in der Zusammenschau angucken, wir haben eine große Dekokt-pille, die das Leber-Nieren Yin/Qi tonisiert, das Qi und das Blut tonisiert, Gelenkschmerzen lindert, weil sie die Feuchtigkeit ausleitet, Wind vertreibt.

Also Wind-Kälte ist das Hauptmerkmal dieser Rezeptur, Bi-Syndrome mit Leber- und Nierenschwäche, Schüttelfrost, Abneigung gegen Kälte, Gelenkschmerzen, die unter Wärme gebessert werden, Kreuzschmerzen, Lumboischialgien, Lumbalgien, schwache Knie, Schmerzen in den Knien, Steifheit, Kraftlosigkeit der Beine. Der Zungenkörper ist blass, die Zunge ist in der Regel weiß belegt, der Puls – wir haben eine Art Leeresituation – ist ein dünner, schwacher Puls.

Also Anwendungsbeispiele für das Du Huo Ji Sheng Wan wären chronische Arthritis, rheumatische Erkrankungen, chronische und akute Kreuzschmerzen, LWS-Probleme, Ischialgien, aber auch die Fibromyalgie, rheumatische, degenerative Arthritis, MS – Multiple Sklerose, amyotrophe Lateralsklerose, Bandscheibenvorfall und Fersensporn.