Kälte aus dem Magen ausleitende Rezeptur

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Kälte aus dem Magen ausleitende Rezeptur – VARIANTE ATRACTYLODES, INGWER & ZIMT – V4

Das Fitoki Konzept bietet eine Fülle von Optionen, dadurch dass ich eine Reihe von Grundformula habe, die ich mit verschiedensten Variationen kombinieren kann. Wenn ich feststelle, ich habe einen Qi-Mangel mit Kälte, wäre die jetzt vorgestellte Rezeptur ein ideales Beispiel hierfür. Es geht um die Wärme des inneren Erwärmers, des mittleren San Jiao, die Kälte aus dem Magen ausleitende Rezeptur, die Variante 004. Atractylodes, Ingwer und Zimt, also drei sehr warme Substanzen, die hier eine Rolle spielen. Wärmt Milz und Magen, stärkt das Qi gleichzeitig von Milz und Magen, vertreibt Kälte im Innen, beseitigt allgemeine Kälte, belebt und wärmt das Yang, stillt Schmerzen im Zusammenhang mit der Verdauung.

Die sechs Bestandteile dieser Rezeptur beinhalten einen Teil Kräuter, die sich auf den Qi-Aufbau richten und drei Kräuter, die Wärme erzeugen im Körper, also eine ganz tolle Rezeptur bei Oberbauchbeschwerden, Kälte im Inneren, Kälte die nicht nur die Finger, die Hände ausmacht – wie wir es bei der Leber-Qi Stagnation haben – sondern bei tiefer Kälte, die von der inneren Mitte ausgeht, Kälte, die bis in die Unterarme, in die Unterschenkel reinzieht.

Die drei Substanzen die Qi tonisierend, Qi aufbauend in dieser Rezeptur sind, sind als Leitsubstanz die stärkste Substanz aus der Gruppe 12a nach Bensky ist das Dang Gui, das Radix codonopsis, wir in der Regel in den Rezepturen ersetzt, ersetzt das Ren Shen, den klassischen Gin Seng. Dann ist mit drin das Bai Zhu, das Rhizoma Atractylodes Macrocephalae, der Großköpfige Atractylodes und als Puffer, Tonisator, mildes Tonikum, das Gan Cao – Radix Glycyrrhizae, der Großvater der Kräuter und die wärmenden Substanzen hier drin, ist einmal das Rou Gui, das Cortex cinnamomum, eine sehr heiße Substanz kann man schon sagen, und das Gan Jian, der heiß getrocknete Ingwer.

Wie das Akonit in der Gruppe 11 der Innen wärmenden Substanzen. Also eine tolle ausgeglichene Rezeptur, um die innere Mitte zu wärmen und das Qi von Magen und Milz aufzubauen.

Gucken wir uns die wichtigsten Bestandteile einmal an. Das Radix Codonopsis, die Glocken- Windenwurzel, gleichberechtigt fast neben dem Gin Seng stehend, süß vom Geschmack wie viele aus der Gruppe 12a nach Bensky, neutral vom Temperaturverhalten, Tropismus zum mittleren und oberen San Jiao, Milz und Lunge, Qi auffüllend, Qi tonisierend, ergänzt das Qi von Milz und Lunge und vermehrt unter anderem auch die Milchbildung, hat also auch eine Xue tonisierende Wirkung.

Eine weit eingesetzte Substanz, die hier auch mit drin ist, ist das Bai Zhu, das Radix Atractylodes Macrocephalae, der Großköpfige Atractylodes, bitter-süß, süß auch dabei, 12a hatte ich gesagt, warm vom Temperaturverhalten, Tropismus ganz klar der mittlere San Jiao, Milz und Magen, hat eine leicht diuretische, Nässe ausleitende Wirkung mit dabei, ein ganz mildes Diuretikum vermehrt das Qi, tonisiert die Mitte, leitet Nässe aus und hemmt Schweiß und die dritte Substanz, die Qi tonisierend – 12 a – ist, ist das Gan Cao, Radix Glycyrrhizae, Radix et Rhizoma Glycyrrhizae, Süßholz, süß – sagt der Name schon, neutral vom Temperaturverhalten, Herz, Milz, Lunge, Magen als Tropismus, wirkt Qi auffüllend, ein mildes Tonikum für die innere Mitte, entgiftet, befeuchtet den Lungenfunktionskreis und leitet Schleim ab, und die beiden wärmenden Substanzen in dieser Rezeptur ist das Rou Gui, das Cortex cinnamomi – die Zimtrinde, tun wir im Winter auch in den Milchreis mit rein, um zu wärmen, Zimtrinde, süßlich vom Geschmack, ein bisschen Schärfe, damit die Wärme, die Hitze rein kommt, heiß – vielleicht sehr heiß, Niere, Milz, Leber, Herz als Tropismus, nicht nur wärmend, sondern wirklich Yang tonisierend, und alles was Wärme reinbringt, fördert, unterstützt den Fluss von Qi, also Qi-Fluss bewegend, wärmt den Magen, tonisiert den mittleren San Jiao, aber auch die Niere, das Nieren-Yang, beseitigt Kälte, wärmt die Leitbahn und bewegt das Qi.

Und unterstützt wir das Rou Gui durch das Gan Jiang, den heiß getrockneten Ingwer, den Rhizoma zingiberis exsicatus, die getrocknete Ingwerwurzel, ganz scharf vom Geschmack, heiß vom Temperaturverhalten, Tropismus zu Magen, Milz, Herz und Lunge. Was macht es? Es wärmt die innere Mitte hervorragend, wärmt Milz und Magen, vertreibt die Kälte, wärmt die Lunge, löst Schleim und stärkt das Yang bei kollabierendem Qi, bei kollabierendem Yang-Qi.

Also insgesamt, wenn wir uns diese breite Rezeptur angucken, die fünf Substanzen angucken, gucken, was sind so die Symptome, die man erwarten würde? Oberbauchschmerzen, Druckgefühl, Müdigkeit, Lustlosigkeit – Qi-Mangel, Kältegefühl allgemein, Kältegefühl eben nicht nur wie beim Leber-Qi-Stagnation in den Händen und Füßen, sondern eine allgemeine Kälte, Kälte die bis in den Unterarm und Unterschenkel zieht, Spontanschweiß. Die Zunge ist blass, ist geschwollen als Ausdruck des allgemeinen Qi-Mangels und der Puls als Ausdruck des Qi-Mangels ist eher schwach.

Klinische Indikation, klinische Anwendungsbeispiele für die Kälte aus dem Magen austreibende Rezeptur: schwaches Milz-Qi, schwaches Magen-Qi, Yang-Mangel im mittleren San Jiao, Blässe, Mattigkeit, allgemeine innere Kälte, Kälte in den Unterarmen, Kälte in den Füßen bis in die Unterschenkel rein, Schwäche des Verdauungstraktes, Bauch- und Magenschmerzen, die sich auf Wärme hin bessern. Also Patienten die sagen, sobald ich mir die Wärmflasche auf den Bauch lege, geht es mir besser.