LONG DAN XIE GAN WAN

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LONG DAN XIE GAN WAN – F5

LONG DAN XIE GAN WAN, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist das Long Dan Xie Gan Wan, das Gentianadekokt oder Radix Gentianae Dekokt, das die Leber entlastet oder auch nach der Leitdroge: die Pille des Enzian.

Die Hauptindikation: Hitzeausleitung, Leber-Feuer besänftigend, Hitze-Nässe im unteren Erwärmer ausleitend. Eine komplexe Rezeptur aus vier Zutaten. Leitdroge – wie gesagt – ist das Radix et Rhizoma gentianae, der Enzian, Long Dan Cao, Radix Scutellaria zur Unterstützung mit dabei, fructus gardeniae, Radix Bupleuri als Melderarznei, um das Ganze nach oben zu leiten, Semen Platacinis, Rhizoma Alismatis um Hitze-Nässe mit auszuleiten. Zum Blut nähren Radix Rehmanniae mit da drin, also das Sheng Di Huang, und das Engelskraut Radix Angelicae sinensis – Dang Gui, und als großer Harmonisierer, großer Puffer einmal mehr das Gan Cao – Radix Glycyrrhizae.

Gucken wir uns die wichtigsten Drogen der Substanz einmal an: Namengebend für die gesamte Rezeptur das Long Dan Cao, das Radix et Rhizoma Gentianae, also der Enzian. Der Geschmack ist bitter, Temperaturverhalten ist kalt, Magen, Leber, Gallenblase, das Dekokt, was die Leber entlastet, also Leitdroge für Leber, Gallenblase gerichtet, Hitze-Nässe drainierend, von der Wirkung leitet Hitze ab, trocknet Nässe aus Leber und Gallenblase, leitet Leber-Feuer ab, und besänftigt Leber-Wind, eben auch inneren Leber-Wind besänftigend.

Unterstützt wird das Ganze als Ministerdroge vom Huang Qin, dem Radix Scutellariae, dem Helmkraut zu Deutsch, auch dies ist bitter vom Geschmack, auch dies ist kühl-kalt vom Temperaturverhalten, Haupttropismus einmal die Gallenblase, aber auch Magen, Dickdarm und Lunge, die Wirkrichtung ist nach unten, Nässe, Hitze-Nässe drainierend. Leitet also Hitze ab, trocknet Nässe im mittleren und unteren San Jiao, löst Toxine auf, stoppt Blutungen, besänftigt aufsteigendes Leber-Yang, was bei Leber-Feuer immer eine große Gefahr ist und beruhigt den Fötus.

Dritte wichtige Substanz in dieser Rezeptur ist das Fructus Gardeniae, Zhi Zi, die chinesische Gelbbeere, auch diese wiederum bitter und kalt vom Temperatur- und Geschmacksverhalten, damit auch hier ein Bezug zur Leber, Herz, Lunge, Magen, aber auch zu Gallenblase und zu allen drei Anteilen des San Jiao, Wirkrichtung Hitze drainierend und hinabführend, leitet Hitze ab, eliminiert innere und äußere Unruhe, klärt Hitze, leitet Nässe ab, kühlt das Xue – das Blut und eliminiert Toxine.

Als Meldearznei das Chai Hu – Radix Bupleuri, das chinesische Hasenohr, was wir aus dem Herumtreiberpulver kennen, dem Xiao Yao San, bitter-scharf vom Geschmack, Temperaturverhalten kühl, auch hier wieder Tropismus zur Leber und Gallenblase, San Jiao, aber auch zum Perikard, hat eine öffnende, eine zentrifugale Wirkung, eine regulierende Wirkung, nach oben leitende Wirkung, löst Leber-Feuer, Jiao-Yang-Störungen, reguliert das Leber-Qi, Fieber senkende Wirkung, eine kühle Substanz aus der Gruppe 1b nach Bensky, und hebt das klare Yang-Qi nach oben.

Dann hatte ich gesagt, sind zwei Substanzen drin, die Blut nährende Funktionen haben, die wichtigste aus der Blut nährenden Gruppe, das Shu Di Huang – das Radix rehmannia prepatatae, der chinesische Fingerhut, süß vom Geschmack, Temperaturverhalten neutral, Wirkort Niere, Leber, Herz, Blut nährend, nährt also das Xue, ergänzt das Nieren- und Leber-Yin, ein bisschen befeuchtende Wirkung und stärkt auch die Essenz, das Jing.

Und die zweite wichtige Substanz aus der Blut nährenden Gruppe ist das Radix Angelicae sinesis, das Dang Gui, das Engelskraut zu Deutsch, scharf-süß vom Geschmack her, vom Temperaturverhalten eher warm, Leber, Milz, Magen, Herz so als Tropismus, Blut nährend, harmonisierend, auch ein bisschen Blut bewegend, nicht nur nährend, nicht ganz so schwer wie das Rehmannia, vertreibt Wind-Nässe und lindert Schmerzen.

Und einmal mehr als großer Puffer drin das Gan Cao – Radix Glycyrrhizae, das Süßholz, süß vom Geschmack, neutral vom Temperaturverhalten, Milz, Herz, Lunge, Magen als Wirkort, von der Wirkrichtung, von der Wirkung her Qi auffüllend, Mitte tonisierend, Mitte stärkend, ein mildes Tonikum, vermehrt das Qi, hat ein bisschen eine befeuchtende Wirkung für den Lungenfunktionskreis und eine leicht Schleim eliminierende Wirkung.

Also wenn wir uns die Gesamtrezeptur noch einmal angucken: Indikation, Hauptindikation ist die Hitze, Leber-Feuer, Hitze-Nässe im unteren Erwärmer, dementsprechend die Symptome, die wir erwarten würden wären Kopfschmerzen – auch Migräne, Obstipation, Augenschmerzen, feuerrote, brennende Augen, rezipierende Konjunktivi, gestörter Nachtschlaf, bitter-säuerlicher Mundgeschmack, Reizbarkeit, Schmerzen am Rippenbogen, Ikterus, Hitze in der oberen Körperhälfte, aufsteigende Hitze, das Leber-Feuer geht nach oben, Hitze auch im Kopfbereich, deshalb Hitze auch in den Augen, die Leber öffnet sich in den Augen, der Zungenbelag ist natürlich teilweise gelblich durch die Hitze, die Zunge insgesamt ist rot, stark gerötet und vor allen Dingen in der Position zwei, der Jing Guan, der Guan-Position, kräftig, drahtiger Puls, beschleunigter Puls.

Was würden wir als klinische Anwendungsbeispiele für das Long Dan Xie Gan Wan erwarten? Das ist verschiedenste Arten von Kopfschmerzen, könnten sowohl die Spannungskopfschmerzen sein, kann der Migränekopfschmerz sein, kann die akute Konjunktivitis sein, otitis media kann damit verknüpft sein, Hörsturz, Tinnitus kann damit betroffen sein, Glaukom, Hochdruck-glaukom, Interkostalneuralgie, Schmerzen am Rippenbogen, akute Hepatitis, akute Cholecystitis, aber auch die Leber reguliert Muskeln, Sehnen, also auch die Muskeln unserer Blutgefäße, auch der Hypertonus.

Und natürlich die Reizbarkeit, das AB-Männchen könnte man unter das Long Dan Xie Gan Wan einordnen. Wenn massive Kopfschmerzen auftreten ist die Rezeptur häufig ausreichend, unter Umständen noch Verbessern der Wirkung, indem man eine Variante mit dazu nimmt, das Chrysanthemen-, Päonien- und Lyciumpulver.