SANG JU WAN

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SANG JU WAN – F2

Ich darf Ihnen mit dem Sang Ju Wan eine Rezeptur aus dem 18. Jahrhundert vorstellen, die Maulbeerblätter und Chrysanthemenpille, die sich auf das Thema Winderkrankung, Wind-Wärme- bis Wind-Hitzeerkrankung richtet, also auch eine Rezeptur mit dem großen Zielgebiet Oberfläche befreien. Vertreibt Wind–Wärme, im Frühstadium des Wind-Wärme-Syndroms, leichtes bis höheres Fieber, äußere Wind-Wärme, wenig Durst als Symptom dessen, hitzeverbrauchte Körpersäfte, wir haben häufig Husten, Wind-Wärme beeinträchtigt die Lungen-Qi Zirkulation, rebellierendes Lungen-Qi, vertreibt Feuchtigkeit, regt das Schwitzen an, befreit die Oberfläche, lindert Schmerzen und reduziert Entzündungen und Schwellungen.

Die Rezeptur ist relativ komplex, die beiden Leitdrogen ist das Sang Ye – das Folium Mori – und das Ju Hua – das Flos Chrysantemi – die beide als Ziel haben, die Oberfläche zu befreien und Wind zu vertreiben, Wind-Wärme, Wind-Hitze zu vertreiben. Das Xing Ren und das Jie Geng – das Semen Armeniacae und das Radix Platycodi – stoppen Husten, das Bo He – das Herba Menthae – eine stark kühlende Wirkung mit da drin, Das Gypsum Fibrosum, eines der kältesten Substanzen die wir aus der Materiamedica kennen, und das Gan Cao als Puffer.

Gucken wir uns die einzelnen Substanzen ein bisschen genauer an. Als Leitdroge das Folium Mori, die Maulbeerblätter, die so der Rezeptur auch den Namen gegeben hat, bittersüß vom Geschmack her, Temperaturverhalten ist kalt, wir haben eine beginnende Wind-Wärme-Erkrankung, Tropismus ist der obere Sang Jao, die Lunge, aber auch für die Leber, die Wirkrichtung ist nach außen gerichtet, öffnend gerichtet, zentrifugal, vertreibt Wind-Hitze, besänftigt den Leberfunktionskreis, klärt die Sicht, befeuchtet und klärt den Lungenfunktionskreis, also wir sind gegen die Wind-Hitze gewappnet.

In die gleiche Richtung geht das Flos Chrysanetmi – Ju Hua – die Chrysantemblüten scharf, süß, etwas bitter vom Geschmack her, Temperaturverhalten kühl, Lunge und Leber auch hier der Tropismus, nach außen öffnend, zentrifugal von der Wirkung, vertreibt Wind-Hitze, einer hervorragende Wirkung für die Augen, klärt die Augen, klärt die Hitze aus den Augen, beruhigt den Leberfunktionskreis, eliminiert Leberwind und löst toxische Hitze.

Dann hatte ich gesagt sind die Semen Armenicae – die Xing Ren – die Aprikosenkerne, die armenischen Aprikosenkerne in der Rezeptur enthalten, die sind bitter, vom Temperaturverhalten ein bisschen warm, Tropismus der obere Sang Jao, die Lunge, aber auch Befeuchtung für den Dickdarm, schleimlösend und Lungen-Qi absenkend, hustenstillend, wir haben da im Frühstadium häufig der Beginn der rebellierende Husten, des rebellierenden Lungen-Qi, stoppt den Husten und lindert eine bronchiale Spastik, pfeifen Giemen, befeuchtet den Darm, und löst Strudelblockaden.

Unterstützt werden die armenischen Pfirsichkerne vom Raxid Platycodi – dem Jie Geng – dem Glockenblumengewächs, bitterscharf vom Geschmack her, von der Temperatur neutral, ganz klar der Tropismus zur Lunge, schleimumwandelnd, Lungen-Qi regulierend, Qi hinauffördernd, die Qi-Verteilungsfunktion der Lunge verbessernd, vertreibt Schleim, befreit den Lungen-Qi Fluss, lindert Halsschmerzen, leitet Eiter ab, öffnet das Lungen-Qi, hebt das Lungen-Qi an und lenkt andere Drogen an die Oberfläche, ist also eine Leitdroge, die als Vektor, die Substanzgruppe in sich auf die Lunge hochleitet.

Dann ist darin enthalten das Bo He – die Ackerminze – 1B nach Bensky, die chinesische scharfe Ackerminze, kühl vom Temperaturverhalten, Tropismus zur Leber und Lunge, nach außen öffnend, auch hier die zentrifugale Wirkung, vertreibt Wind-Hitze, klärt Kopf, Hals, Augen, Halsschmerzen, beruhigend, bringt Ausschläge an die Oberfläche und unterstützt auch hier einmal mehr den freien Leber-Qi Fluss, das heißt wir habne auch hier eine Wirkung für den Jiao-Yang Bereich.

Und um die Hitze am meisten anzugehen, die kälteste Droge, die wir aus der materiamedica kennen, das Gypsum Fibrosum – Shu Gao – der kristalline Gyps, süß-scharf vom Geschmack, sehr, sehr kalt, also wenn ich eine Milzschwäche habe muss ich da vorsichtig sein, Tropismus die Lunge, Wirkrichtung leicht öffnend, hitzedrainierend, klärt Hitze, klärt Feuer sogar, nicht nur Hitze, Hitzetoxine eliminierend, klärt Fülle Hitze aus dem Lungenfunktionskreis und klärt auch Hitze aus dem Magenfunktionskreis.

Und da hatte ich schon gesagt, als großer Puffer wieder einmal hier mit dabei das Gan Cao – das Radix et Rizoma Glycyrrhizae – das Süßholz, süß vom Geschmack her, neutral, Tropismus zu allem was Qi benötigt, Herz, Milz, Lunge, Magen, Qi-auffüllend, ein mildes Tonikum, stärkt die Mitte, entgiftet, befeuchtet den Lungenfunktionskreis, leitet den Schleim ab und puffert so harte Substanzen wie das kristalline Gyps, den kristallinen Gyps mit ab.

Wenn wir uns die gesamte Rezeptur, das Maulbeerblätter und das Chrysanthemen Dekokt, die Chrysanthemenpille angucken, dann würden wir nochmal sagen: vertreibt Wind, vor allen Dingen Wind-Hitze, beruhigt Husten über das Semen Armenicae und Platycodi, eine hustenstillende Wirkung, stärkt die Qi-Verteilungsfunktion der Lunge insgesamt. Also Indikation Angriff durch externe Wind-Wärme, Wind-Hitze, Erkältung im fortgeschrittenen Stadium, Halsschmerzen, Kopfschmerzen Infekt bedingt, Fieber. Der Zungenkörper ist blass, feucht, durch die Hitzezeichen häufig beginnend gelblich belegt. Wir sind immer noch an der Oberfläche, also ein oberflächlicher Puls, ein sehr schneller, mitunter sogar flatternder Puls, der uns da entgegensticht.

Anwendungsbeispiele: Erkältung und klare Hitzezeichen, Influenza, Fieber, Schüttelfrost, Bronchitis, Lungenentzündung, akute Pharyngitis, Konjunktivitis, steifer Nacken, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen im Infekt.

Wenn das Fieber noch höher ist, das Gypsum Fibrosum die anderen Substanzen nicht ausreichen, um die Hitze abzuleiten, kann man eine Variante mit der Hauptrezeptur kombinieren. Die Variante Anemarrhena et Phelodendron, das Yin nährende und Hitze ausleitende Dekokt, was die beiden Substanzen beinhaltet: Zhi Mu und Huang Bai. Hohes Fieber, Hitzezeichen der Wei-Qi, der Abwehrebene, nährt gleichzeitig das Yin und unterstützt die Ausleitung von Pathogenen.