XIAO YAO WAN

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XIAO YAO WAN – F19

Die folgende Rezeptur ist vielleicht eine der wichtigsten Rezepturen für die TCM in der westlichen Welt. Es behandelt die Disharmonie zwischen Holz und Erde, zwischen Magen, Magen, Milz und Leber. Das ist das Xiao Yao Wan, Xiao Yao Wan – die Pille des heiteren Umherstreifens, die Vagabundenpille, die Freiheit des ledigen Pilgers, es gibt verschiedene Übersetzungen dafür.

Indikation: Leber – Milz Disharmonie und es beinhaltet eben beide Aspekte, Tonisierung des mittleren Erwärmers von Magen und Milz und Lösen der Leber Qi Stagnation, der Leber Qi Blockaden und gleichzeitig Elimination von Nässe – die Milz verabscheut Nässe – also zwei wichtige Aspekte, die hier behandelt werden.

Leitdroge dieser mittelkomplexen Rezeptur ist das Radix Bupleuri – das Chai Hu, was aus der Gruppe 1b nach Bensky ist, das eine Oberflächen befreiende Wirkung, eine nach oben leitende, befreiende Wirkung hat, dann ganz viele Teile, die Blut nähren, das Yue nähren, da ist drin das Dang Gui, das Radix angelicae sinensis, dann ist drin das Bai Shao Yao, die weiße Windrose – Radix Paeonia alba, Fu Ling und die Tendenz die Nässe abzuleiten, der stärksten Diuretikum aus der chinesischen Rezeptur, dann Gan Cao als das Süßholz, Radix Glycyrrhizae, als großer Puffer halt drin, zum Qi bewegen die Pomeranzenschale das Chen Pi – Radix pericarpium citri reticulatae, und zum Blut bewegen das Chuan Xiong – das Radix und Rhizoma Ligustici.

Gucken wir uns die Bestandteile der Rezeptur im Detail an. Leitdroge das chinesische Hasenohr, das Cahi Hu – Radix Bupleuri, bitter-scharf, kühl vom Temperaturverhalten, bitter – der Leber und Gallenblasen Bezug, hat aber auch einen Bezug zum San Jiao und zum Perikard, hat eine stark öffnende, regulierende Wirkung, löst Chao Yan Störungen, reguliert das Leber Qi, leicht Fieber senkende Wirkung und hebt vor Allem das klare Yang Qi nach oben.

Dann zwei Kräuter, die Blut nährend sind, Radix angelicae sinensis, das Dang Gui, das chinesische Engelskraut, die chinesische Engelswurzel, scharf, süß, ein bisschen bitter vom Geschmack, warm, Tropismus Leber, Milz, Herz, Blut nährend, Mensis regulierend, vertreibt Wind-Nässe, löst Stasen, ist nicht nur Blut nährend, hat eine Blut bewegende Wirkung da drin. Unterstützt wird das Dang Gui von der weißen Windrose Bai Shao Yao, Radix paeoniae alba, ein bisschen süß, ein bisschen sauer, ein bisschen bitter, neutral, kühl vom Temperaturverhalten, Leber und Milz als Hauptwirkort, Blut nährend, Xue aufbauend, Säfte nährend, ein bisschen Yin tonisierend, besänftigt den Leberfunktionskreis, unterstützt also das Bupleurum auch nochmal von dieser Seite.

Dann hatten wir gesagt Nässe ist ein Thema, die Milz ist ein Thema in der Rezeptur, die wichtigste Droge hier zur Stärkung inneren Mitte, des inneren San Jiao ist das Bai Zhu, das Rhizoma Atractylodis Macrocephalae, der großköpfige Atractylodis, bitter-süß, warm, Milz und Magen als Haupttropismus, nicht nur Qi auffüllend für den mittleren San Jiao, sondern auch ein bisschen Nässe, ein mildes Diuretikum mit dabei. Tonisiert die innere Mitte, baut das Qi der inneren Mitte auf und entlastet die innere Mitte über die leicht diuretische Wirkung dabei. Unterstützend für die Stärke des Diuretikums ist das Fu Ling, das Poria, der Baumpilz, neutral vom Temperaturverhalten, neutral vom Geschmack, geschmacklos, vielleicht ein Hauch süß dabei, trocknet Nässe, diuretisch, leitet Nässe aus, stärkt damit die Milz und sediert den Geist, den Shen.

Puffer da drin einmal mehr das Gan Cao, das Süßholz – Radix et Rhizoma Glycyrrhizae, der Großvater der Kräuter, der große Puffer oder der Eliminator gleichzeitig auch ein mildes Tonikum für die innere Mitte, und leichte Befeuchtung des Lungenfunktionskreises.

Stark Qi bewegend in dieser Rezeptur das Chuan Xiong – das Radix et Rhizoma Lingustici, die chinesischen Liebstöckel, die Liebstöckelwurzel, die Radix, scharf, warm vom Temperaturverhalten, Leber, Gallenblase, aber auch Perikard als Tropismus, bewegt und reguliert, belebt das Blut, fördert den Freifluss des Qi, vertreibt Wind und lindert Schmerz.

Also die Gesamtindikation des Xiao Yao Wan ist die Leber-Milz Disharmonie, die Leber Qi Stagnation zu lösen, die Tendenz zum Leber Blutmangel zu beheben, das Milz Qi zu tonisieren und zu stärken und die Nässe zu eliminieren, die Tendenz zur Nässe auszuleiten.

Was sind so die Symptome, die wir bei einer Leber-Milz Disharmonie erwarten würden? Durch die Milz Qi Schwäche rasche Ermüdbarkeit, allgemeine Erschöpfung, Leistungsmangel von den Leber Qi Problemen her, Chao Yan Störungen, Kopfschmerzen – vor allem Spannungskopfschmerzen, Schwindel, schmerzhafte Verspannungen im Schulter-Nacken Bereich, Neigung zu Verkrampfungen, generell vom Bereich der inneren Mitte, Abdominalschmerzen, Druckgefühl im Oberbauch, Druckgefühl wieder, da sind wir jetzt beim Chao Yang, Druckgefühl im seitlichen Rippenbogen, Druckgefühl im Epigastrium, Meteorismus, durch die Leber Qi Stagnation auch emotionale Sachen, vermehrte Irritierbarkeit, früher hatte man das klassiche HB-Männchen, wer wird denn da gleich in die Luft gehen, emotional unausgeglichen, schnell frustriert sein, Frustration. Von Seiten der Gynäkologie Dismenorrhö, pre-menstruelles Syndrom, PMS Syndrom, Spannungsgefühl in den Brüsten, unregelmößige Menstruation und Neigung zur trockenen Haut, wenn vermehrt Hitzezeichen auftreten.

Was würden wir von Sicht der klinischen Untersuchung aus der TCM erwarten? Wie wäre der Zungenkörper? Häufig normal, gegebenenfalls, wenn die Leber Qi Stagnation im Vordergrund steht rote Zungenränder, leicht aufgeworfene Zungenränder, wenn die Milzschwäche im Vordergrund steht leicht gedunsen der Zungenkörper, der Belag kann unauffällig sein, kann leicht vermehrt sein als Zeichen der schlechten Transformation, der Puls ist schlüpfrig, wir haben eine Füllesituation, unter Umständen etwas drahtig, wenn die Leber QI Stagnation im Vordergrund steht.

Also was wären Anwendungsbeispiele für das Xiao Yao Wan? Kopfschmerzen, Cephalgien, Migräne, arterielle Hypertonie, das prämenstruelle Syndrom, klimakterische Beschwerden, Dismenorrhö, Reizdarmsyndrom, nervöser Reizmagen, chronische Gastritis, Hepatitis, Eskzeme, Erschöpfungssyndrom, depressive Verstimmung, oder auch häufig als Harmonisierung bei Midlife Crisis Syndrom.

Ist vermehrt Blut-Hitze dabei, dann würde ich das Xiao Yao Wan, die Grundrezeptur mit der Variation Fitoki 002, der Kombination zwischen dem Cortex Moutan – dem Mu Dan Pi, und dem Gardeniae – dem Zhi zi kombinieren, hätte dann aus der klassischen Rezeptur nicht mehr das normale Xiao Yao San, sondern das erweiterte, das verstärkte, das Jia Wie Xiao Yao San. Wenn vermehrt Blutstasen Symptome vorhanden sind, dann würde ich die Variation 005 empfehlen, das sind alles Substanzen aus der Gruppe C, die Blut bewegend sind, die Blutstase aufbrechende Kräuter sind, E Zhu – Curcuma, das Tao Ren – der Pfirsichkernsamen, Semen persicae und das Hong Hua, das Flos carthamie. Sehr potente drei Substanzen, die die Stasen aufbrechen und damit das Xiao Yao San in dieser Funktion unterstützen können.